Du willst helfen, aber weisst nicht wie

Frau in Meditation, Innehalten und Ruhe finden nach Krebs


Du weisst nicht, was du sagen sollst. Du willst da sein, aber irgendwie fühlt sich alles falsch an. Zu viel. Zu wenig. Zu aufgesetzt. Und dieses hilflose Gefühl, das dich beschleicht, wenn du ans Telefon gehst oder vor der Haustür stehst, das kennen fast alle, die jemanden begleiten, der Krebs hat.

Ich kenne es auch. Nicht nur als Coach, sondern weil ich selbst betroffen war. Und weil mir Menschen nahestanden, die genau so gefühlt haben wie du gerade.

Das Gute: Du musst das nicht perfekt machen. Du musst nur ein paar Dinge wissen.

Was wirklich hilft

Konkret sein. Nicht "melde dich, wenn du etwas brauchst." Das klingt nett, aber es kommt nie jemand. Die Energie, Hilfe zu organisieren, hat die betroffene Person oft einfach nicht. Besser: "Ich gehe morgen einkaufen, soll ich etwas mitbringen?" Oder: "Darf ich dich zur Chemo begleiten?" Ein konkretes Angebot kann angenommen werden. Ein offenes nicht.

Zuhören, ohne zu raten. "Wie geht es dir heute gerade?" ist einer der schönsten Sätze, den du sagen kannst. Einfach fragen. Einfach zuhören. Keine Ratschläge zu Ernährung, Alternativmedizin oder Heilmethoden. Die Ärztin ist die Ärztin.

Normal sein. Über alltägliche Dinge reden. Lachen. Ein bisschen Normalität tut gut, weil sie die Krankheit für einen Moment in den Hintergrund rückt.

Kurz schreiben. "Ich denke an dich. Du musst nicht antworten." Vier Worte, die ankommen, ohne Druck zu machen.

Ankündigen. Immer. Manchmal liegt jemand im Bett und hat keine Kraft für Besuch. Ein kurzes "Darf ich heute kurz vorbeikommen?" gibt der betroffenen Person die Kontrolle zurück. Und genau das ist in dieser Zeit so wertvoll.

Was du besser lassen solltest

"Du schaffst das, bleib positiv!" Manchmal ist jemand einfach erschöpft und traurig. Das darf auch sein. Positivity-Druck hilft nicht.

Geschichten von anderen erzählen. "Ich kenne jemanden, der das auch hatte und..." Jeder Krankheitsverlauf ist anders. Solche Geschichten belasten mehr als sie helfen.

Kommentare zum Aussehen. Auch gut gemeinte. Die betroffene Person sieht sich jeden Tag im Spiegel.

Lange Nachrichten schicken, auf die geantwortet werden muss. Lesen und antworten kostet Kraft, die oft nicht da ist.

Vergiss dich nicht

Noch etwas, das fast immer vergessen geht: Auch du trägst gerade eine Last. Krebs betrifft nicht nur die erkrankte Person. Schau, dass du mit jemandem reden kannst, sei es eine Freundin, ein Therapeut, oder jemand der diese Situation kennt.

Wenn du merkst, dass du Unterstützung brauchst, bin ich da. Nicht nur für Betroffene, sondern auch für Menschen, die begleiten und dabei sich selbst verlieren.

Von Herzen, Claudia


Solche Impulse direkt in dein Postfach? Dann abonniere meinen Newsletter. Ein paar Mal im Jahr, kein Spam, nur das, was wirklich zählt.

Newsletter-Anmeldung

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Was mir während der Chemotherapie wirklich geholfen hat