Was mir während der Chemotherapie wirklich geholfen hat
Du liegst im Bett und weisst nicht ob die Übelkeit schlimmer ist oder die Erschöpfung. Du schaust an die Decke und fragst dich, wie du das durchhalten sollst. Einen Tag nach dem anderen.
Ich kenne dieses Gefühl. Nicht nur als Coach, sondern weil ich selbst dort war. Und weil ich damals so froh gewesen wäre, wenn mir jemand ganz konkret gesagt hätte: Das hilft. Das nicht. Das hat mir bei mir funktioniert.
Genau das ist diese Liste. Keine medizinischen Ratschläge, keine Heilversprechen. Nur das, was mir persönlich durch diese Zeit geholfen hat. Vielleicht findest du hier etwas, das auch dir hilft. Du kennst deinen Körper am besten, vertrau ihm.
Mund und Schleimhäute schonen
Herkömmliche Zahnpasta kann die empfindlichen Schleimhäute reizen. Ich habe auf sanfte Produkte ohne Menthol und Sodium Lauryl Sulfat gewechselt. Zimmerwarm trinken statt heiss oder eiskalt. Weiche Zahnbürste, sanft putzen, lieber öfter als mit Druck. Bei Entzündungen hat mir Salbei- oder Kamillentee zum Ausspülen geholfen.
Übelkeit und Appetit
Kleine Portionen, dafür häufiger essen. Ein leerer Magen macht die Übelkeit oft schlimmer. Ingwertee oder Ingwer-Kaubonbons haben mir bei leichter Übelkeit geholfen. Starke Gerüche meiden, Kochen, Parfums, Reinigungsmittel können Übelkeit auslösen. Und eine Sache die ich gelernt habe: Lieblingsspeisen nicht während starker Übelkeitsphasen essen. Das Gehirn verbindet sie sonst negativ damit. Ich hatte oft Salzkartoffeln mit wenig Salz vorrätig. Die mochte ich zimmerwarm am liebsten.
Erschöpfung und Schlaf
Ruhe ohne schlechtes Gewissen. Deine Erschöpfung ist eine Nebenwirkung der Chemo, keine Schwäche. Kurze Pausen tagsüber von 15 bis 20 Minuten haben mir mehr geholfen als ein langer Mittagsschlaf. Einen einfachen Tagesrhythmus beibehalten, morgens aufstehen, Tageslicht tanken. Ich bin geschwommen, wann immer es möglich war. Manchmal hat meine Kraft nur für eine Länge gereicht. Das hat mich immer glücklich gemacht. Und das Wichtigste: Alles delegieren was Kraft kostet. Wäsche, Kochen, Einkaufen. Hilfe annehmen. Das war mein grösstes Learning.
Seele und Stimmung
Lustige Filme, Comedy-Serien, Podcasts die wirklich lachen machen. Lachen aus vollem Herzen gehört noch heute zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Einen kleinen Wohlfühlkoffer bereitstellen: weiche Decke, Lieblingsmusik, ein schönes Buch, Duftkerze. Eine kleine Freude täglich einplanen, auch wenn es nur ein guter Kaffee oder ein schöner Spruch ist. Kreativ sein wenn Energie da ist, ohne Anspruch auf Perfektion. Und Zukunftspläne schmieden. Ich habe oft Reisereportagen geschaut und mir ausgemalt wie schön es sein wird, diese Orte zu besuchen.
Arztgespräche und wichtige Termine
Wenn möglich eine Begleitperson mitnehmen. Vier Ohren hören mehr. Fragen vorher aufschreiben, im Gespräch vergisst man vieles. Eine Spitaltasche permanent gepackt halten, mir war zum Glück eine notfallmässige Einlieferung erspart. Anderen nicht. Eine Wartezeit-Playlist oder ein Hörbuch auf dem Handy. Wartezeiten können so viel angenehmer werden. Ich hatte immer ein kleines Fläschchen Lavendelöl dabei und habe daran geschnuppert. Das beruhigt angespannte Nerven. Alle Befunde, Medikamentenlisten und Kontakte in einem Ordner oder einer Notiz-App organisieren.
Medikamente und Nebenwirkungen
Nebenwirkungen frühzeitig ansprechen. Viele sind behandelbar, wenn man rechtzeitig reagiert. Ich habe oft zu lange gewartet. Eine Symptom-App oder ein kleines Notizbuch führen: Was ist wann besser oder schlechter? Keine Nahrungsergänzung oder alternativen Mittel ohne Rücksprache mit dem Arzt, manche interferieren mit der Therapie. Und Mittel gegen Übelkeit rechtzeitig einnehmen, nicht warten bis sie schon stark ist.
Du machst das. Einen Tag nach dem anderen.
Von Herzen, Claudia
Solche Impulse direkt in dein Postfach? Dann abonniere meinen Newsletter. Ein paar Mal im Jahr, kein Spam, nur das, was wirklich zählt.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen